Seite:Authentische Berechnung was eine Judengemeinde von 26 Haushaltungen jährlich zum Unterhalt ihrer bettelnden Glaubensgenossen beytragen muss.pdf/4

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seiner Anlage von jeglichem Hundert wieder eines. Beydes zusammen, beträgt zu Gochsheim – die Judenschaft ist nur zu 7200 fl. Fränk. angelegt, 150 Zeichen.

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Da dieses Reichsdorf an keiner der gangbarsten Landstraßen liegt, so sollte man erwarten, daß die erneuerte Beyschießung dieser Zeichen jährlich so oft nicht geschehen dürfte; allein die Erfahrung steht wider die Erwartung im umgekehrten Verhältniß. Alle 6 Wochen sind diese 150 Zeichen an Bettelgäste ausgetheilt, und sie reichen oft nicht. Folglich kommen in dem Zeitraume eines Jahrs 1200 jüdische Bettler und Bettlerinnen in dieses Reichsdorf. Den Überschuß derer, die keine Zeichen bekommen, weil täglich nicht mehr als 8 ausgegeben werden dürfen, und diejenigen, die nur durchziehen und ihr Almosen hohlen, giebt der Vorgänger der Judenschaft daselbst aufs ganze Jahr in einer runden Zahl zu 300 an. Diesemnach steigt die Zahl von 1200 sogar auf 1500. Allerdings eine ungeheure Menge von unsaubern und ekelerregenden Gästen, mit denen die armen Gochsheimer Juden ihren sauern jährlichen Verdienst theilen müssen. Jeder Bettler, der ein Zeichen erhält, bekommt Vesperbrod, wenn er zeitig kommt, Abendessen