Seite:Badisches Sagenbuch 072.jpg

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

„Du Ragenohr, geh du voran!“
Der Vorderst thät auch sprechen:
„Ich muß dahinten vorne stahn
Ich schieb, du mußt nur stechen.“

25
Der Vorderst sprach: „Wärst du vorn dran,

Du sprächst nit, mein Geselle:
Du Ragenohr, geh du voran!
Hier ist ein’ harte Stelle.

Der Haas’ erwacht ob ihrem Streit,

30
Ging in den Wald hinschweifen,

Der schwäbisch Bund thät’ als ein Beut
Des Haasen Panner ergreifen.

Sie wollten auch dem Feind zur Flucht
Ein goldne Brücken schlagen,

35
Und han da lang ein Fluß gesucht,

Und kunnten kein erfragen.

Da stand ih’n auch ein See im Weg,
Der bracht’ ihn’n große Sorgen,
Weil in dem Gras, nit weit vom Steg,

40
Ein Frosch saß unverborgen;


Der immerdar geschrieen hat
Mit der qnakenten Stimme,
Wadwad, wadwad, wadwad, wadwad,
Da giengs dem Ragenohr schlimme.

45
Glaubt’, daß der Spiritus ihm rief:

Wad, wad! er könnt durchwaden,
Da thät er in dem Wasser tief
Ersaufen ohn zu baden.

Sein Schaubhut auf dem Wasser schwamm,

50
Da lobten ihn die Andern:

„Seht bis an’n Hut, der gut Landsmann,
Durch’ Wasser that er wandern!“

Der Frosch schrie wieder: Wad, wad, wad!
Der Jockel sprach: „Uns Allen

Empfohlene Zitierweise:
August Schnezler (Hrsg.): Badisches Sagenbuch 1. Band. Kreuzbauer und Kasper, Karlsruhe 1846, Seite 72. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Badisches_Sagenbuch_072.jpg&oldid=3217560 (Version vom 31.7.2018)