Seite:Badisches Sagenbuch 183.jpg

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Und wie schön de seigsch, wie liebli dine Gibehrde,
Stand der d’Bosget in den Auge, sage sie Alli.
Eb men umluegt, chresmisch näumen über d’Faschine,
Oder rupfsch sie us, und bahnsch der bsunderi Fueßweg,

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Bohlsch de Lüte Stei uf d’Matte, Jaspis und Feldspat.

Hen sie näume gmeiht, und hen sie gwarbet und gschöchet,
Holsch’s und treisch’s de Nochbere duren Arfel um Arfel.
’s sagen au e Theil, de seigisch glückli im Finde
Uf de Bänke, wo nit gwüscht sin, aber i glaubs nit.

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Mengmol hafeliersch, und ’s mue der Alles us Weg goh;

Oebbe rennsch e Hüsli nieder, wenns der im Weg stoht.
Wo de gohsch und wo de stohsch, isch Balgen un Balge.

Feldbergs Tochter, los, de bisch an Tuged und Fehler
Zitig, chunnts mer halber vor, zum Manne, wie wär’s echt?

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Zeig, was machsch für Aeugli? Was zupfsch am sidene Bendel?

Stell di nit so närrsch, du Dingli! ’s meint no, me wüß nit,
Aß es versprochen isch und aß sie enander scho bstellt hen?
Meinsch, i chene die Holderstock, di chräftige Burst nit? –
Ueber hochi Felsen und über Stuuden un Hecke

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Eis Gangs us de Schwitzerberge gumpet er z’Rhinek

Aben in Bodensee, un schwimmt bis füre go Chostanz,
Seit: „I mueß mi Meidli ha, do hülft nüt, und batt nüt!“
Aber oben an Stei, se stigt er in langseme Schritte
Wieder usem See mit sufer gwäschene Füeße;

245
Tiefehofe gfallt em nit und ’s Chloster dernebe,

Furt Schafhuse zu, furt an die zackige Felse.
An de Felse seit er: „Und’s Meideli mueß mer werde!
Lib und Lebe wogi dra, un Chretze und Brusttuech!“
Seits, und nimmt e Sprung. Jez brutlet er abe go Rhinau;

250
Trümmlig isch’s em worde, doch chunnt er witers und witers.

Eglisau un Chaiserstuhl un Zurzi un Waldshut
Het er scho im Aecke, vo Waldstadt lauft er zu Waldstadt,
Jez an Chrenzech aben in schöne, breite Reviere,
Basel zu. Dört wird der Hochzitzedel geschriebe.

255
Gelt, i weiß es! Bisch im Stand und läugnisch, was wohr isch?


Hätti z’rothe gha, ’swär z’Wil e schickliche Platz gsi;
’s het schon menge Briggem si gattig Brüttli go Wil gführt,

Empfohlene Zitierweise:
August Schnezler (Hrsg.): Badisches Sagenbuch 1. Band. Kreuzbauer und Kasper, Karlsruhe 1846, Seite 183. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Badisches_Sagenbuch_183.jpg&oldid=3217672 (Version vom 31.7.2018)