Seite:Badisches Sagenbuch 267.jpg

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Dann unter Schweighofs Buchen

60
Zur Ruhe einzugehn.


Schau’ Neuburg’s alte Veste,
Umfächelt von dem Weste,
Wo Weimar’s Bernhard schied;
Seh’ Müllheim’s Feld und Reben

65
Und seines Marktes Leben,

Horch’ froher Winzer Lied. –

Suchst du ein stilles Eden,
Laß Badenweiler reden,
Wirf dich in seinen Schoos.

70
Laß Hohen ihre Beute,

Wo dieses Thales Leute,
Durch Einfalt nur sind groß.

Wie freundlich sind die Kinder!
Viel williger, geschwinder

75
Dient hier die Achtsamkeit,

Als in dem Fürstensaale,
Beim Tanz und reichen Mahle
Der schnöden Ueppigkeit.

Bei froher Gäste Regen,

80
Bald lieblich im Bewegen,

Bald treulich in der Ruh,
Fließt hier von manchem Guten,
Wenn Herzenswunden bluten,
Des Trostes Balsam zu.

85
Gesundheit wird dem Kranken,

Und traurige Gedanken
Vergehn wie Nebelduft.
Des Badquells Wunderkräfte
Sind Stärkung zum Geschäfte,

90
An das die Zeit uns ruft.


Noch bleibt der Geist gefangen,
Dem Freiheit im Verlangen

Empfohlene Zitierweise:
August Schnezler (Hrsg.): Badisches Sagenbuch 1. Band. Kreuzbauer und Kasper, Karlsruhe 1846, Seite 267. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Badisches_Sagenbuch_267.jpg&oldid=3217753 (Version vom 31.7.2018)