Seite:Badisches Sagenbuch 437.jpg

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so geht die Sage – seit undenklichen Zeiten wurden böse Geister oder Dämonen in die unergründliche Tiefe des Feldsee’s versenkt. Spuckt ein solcher Kobold in irgend einem Hause der Umgegend, so wird er von dem nächsten besten Geistlichen beschworen, in eine Flasche gebannt, dieselbe, wenn gleich nicht mit dem Siegel Salomonis, doch fest genug verspundet, in aller Stille zum See getragen und darin versenkt. Jetzt, nachdem er das geheimnisvolle Werk vollbracht und dem See wieder den Rücken gewandt, jetzt – nimm dich in Acht! Blicke ja nicht zurück! Denn seltsame Stimmen in wirrer Tonmischung rufen dir zu, rufen dir nach. Du bist verloren, wenn du dich umschaust – die noch freien Geister ergreifen dich und stürzen dich in den nächtlichen Abgrund des See’s.

An den Ufern desselben spuckt auch zuweilen der durch unsern Hebel berühmt gewordene Denglegeist. (Siehe das Gedicht: „Geisterbesuch auf dem Feldberg.“) Schon Mancher, der z. B. von Todtnau her aus dem Wirthshaus einen andern Geist im Kopf mitgeschleppt, welche Art der Denglegeist nicht ausstehen könne, soll’s übel empfunden haben. Er sey im Nebel herumgeführt worden die ganze Nacht hindurch; ja, einst habe derselbe einen Wildfrevler, der schon viel Schlimmes begangen und über die Neckereien des Denglegeist entsetzlich geflucht hatte, in seinem Grimm in den See hinuntergestürzt. Auch die geistlichen Herren von St. Blasien sollen ihm verhaßt gewesen seyn, weil ihn einige zu beschwören und zu bannen versucht hatten. Sie seyen einst ausgegangen und hätten auf dem Gipfel des Feldbergs ein Feuer angezündet, um ihm auf die Spur zu kommen. Da habe der Denglegeist es sogleich wüthend ausgeblasen und die Mönchlein mit einer fürchterlichen, von einem Stein- und Hagelregen begleiteten Windsbraut den Berg wieder hinunter gejagt. Zwei Professoren oder weisen Meistern von der Freiburger Universität, welche bald nachher denselben Versuch anstellen wollten, sey es nicht besser ergangen.

A. Schzlr.
Empfohlene Zitierweise:
August Schnezler (Hrsg.): Badisches Sagenbuch 1. Band. Kreuzbauer und Kasper, Karlsruhe 1846, Seite 437. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Badisches_Sagenbuch_437.jpg&oldid=3217921 (Version vom 31.7.2018)