Seite:Bartolomé de Las Casas-Die Verheerung Westindiens 1790.pdf/103

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denn ihre Herren schlachten sie, und haltens für keine Sünde, verkaufen sie, und sprechen: gelobet sey der Herr, ich bin nun reich, und ihre Hirten schonen ihrer nicht.


Yucatan.

Im Jahr eintausend fünfhundert sechs und zwanzig ward ein anderer boshafter Mensch zum Gouverneur der Provinz Yucatan ernannt, weil er den König mit Unwahrheit berichtete und lügenhafte Vorschläge that. So machten es gewöhnlich alle dortige Tyrannen bis auf den heutigen Tag, damit sie zu Aemtern kamen und Aufträge erhielten, vermöge deren sie ungestraft rauben konnten. Dies Königreich Yucatan war gepfropft voll Menschen; denn es ist ein großes gesundes Land, das Lebensmittel im Ueberfluß hat, und noch weit fruchtbarer ist, als Mexico. Besonders giebt es so viel Wachs und Honig daselbst, als man bis jetzt noch in keiner andern Gegend Indiens angetroffen hat. Im Umkreise mag dies Reich ungefähr dreyhundert Meilen enthalten. Seine Bewohner zeichnen sich vor allen andern Indianern durch Klugheit

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Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 103. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/103&oldid=- (Version vom 31.7.2018)