Seite:Bartolomé de Las Casas-Die Verheerung Westindiens 1790.pdf/137

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Sprung dahin zu machen. Er kam mit einem Schiffe daselbst an, und lud viel Volks zu sich ein, daß der Gewohnheit nach sein Fahrzeug besuchte, und ihm gleich andern traute. Als sich nun recht viele Männer, Weiber und Kinder darauf befanden, ließ er die Segel spannen, und fuhr gerades Weges nach St. Juan, wo er sie sämtlich als Sklaven verkaufte. Ich befand mich damals gerade auf dieser Insel, sah den erwähnten Barbaren daselbst, und hörte, was er begangen hatte. Nach seiner Abreise war der Ort ganz Menschenleer; dies verdroß die spanischen Räuber, welche an der dortigen Küste stahlen und plünderten, nicht wenig, und sie selbst verfluchten diese abscheuliche That, wodurch ihr allgemeiner Zufluchtsort, worin sie so sicher wie in ihren eigenen Wohnungen waren, verheert wurde.

Ich sage nochmals, daß ich eine Menge Verbrechen und Missethaten, die auf die nemliche Art in jenen Gegenden begangen wurden, und noch bis auf den heutigen Tag daselbst begangen werden, mit Stillschweigen übergehe.

Auf dieser volkreichen Küste wurden mehr als zwei Millionen Menschen geraubt, und auf die Inseln Hispaniola und St. Juan geschleppt.

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Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 137. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/137&oldid=- (Version vom 31.7.2018)