Seite:Bartolomé de Las Casas-Die Verheerung Westindiens 1790.pdf/14

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denn sie pflegen niemals sich mehr anzuschaffen, als was sie unumgänglich nöthig haben, und ohne viele Arbeit erlangen können. Dasjenige was für drei Familien, jede zu zehn Personen gerechnet, auf einen ganzen Monat genügt, verzehrt und verschlingt ein Spanier oft in einem einzigen Tage. Da sie nun ausserdem noch mancherlei Grausamkeiten, Bedrückungen und Gewaltthätigkeiten gegen die Indianer verübten, so sahen diese nach und nach ein, dergleichen Menschen könnten unmöglich vom Himmel kommen. Einige verbargen demnach ihre Lebensmittel, andere ihre Weiber und Kinder, noch andere flüchteten sich in die Gebirge, und suchten sich von Menschen zu trennen, deren Umgang so gefährlich und unausstehlich war. Die Christen gaben ihnen Ohrfeigen, schlugen sie mit Fäusten und Stöcken, und vergriffen sich endlich sogar an den Oberherren der Ortschaften. Unter mehrern Beweisen ihrer gränzenlosen Schamlosigkeit und Verwegenheit führe ich nur diesen an, daß ein spanischer Befehlshaber die Gemahlin des größten Königes nothzüchtigte, der über die ganze Insel zu gebieten hatte.

Empfohlene Zitierweise:
Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 14. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/14&oldid=- (Version vom 31.7.2018)