Seite:Bartolomé de Las Casas-Die Verheerung Westindiens 1790.pdf/141

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Da müssen sie die ganze Zeit über ohne Athem zu holen unter dem Wasser herumschwimmen, und die Muscheln losreißen, worin Perlen wachsen. Haben sie ihre Netze damit angefüllt, so dürfen sie wieder empor kommen, und ein wenig verschnauben. Nicht weit davon ist ein spanischer Henkersknecht in einem Nachen oder kleinen Bote befindlich. Ruhen sie zulange, so stößt er sie wieder ins Wasser, oder reißt sie bei den Haaren hinein, damit sie fortfahren zu fischen. Ihre Speise besteht in Fischen, meist in den nemlichen Schalthieren, worin die Perlen wachsen, in Cazabi-Brod und etwas Mais; denn andere Brodarten kennt man hier nicht. Jene Nahrung, und dies ist sehr mühsam zu backen; mithin bekommen sie dessen nicht genug. Des Nachts müssen sie auf der Erde schlafen, und werden in den Stock geschlossen, damit sie nicht entlaufen können. Oft tauchen sie bei dieser Fischerei, oder beim Perlenfang, unter, und kommen nicht wieder empor, weil sie von Hayfischen und Seehunden umgebracht und gefressen werden; denn diese zwei Gattungen von Seethieren sind so gefräßig, daß sie einen erwachsenen Menschen verschlingen können.

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Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 141. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/141&oldid=- (Version vom 31.7.2018)