Seite:Bartolomé de Las Casas-Die Verheerung Westindiens 1790.pdf/173

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Veranlassung dazu gegeben, oder ihnen das geringste Leid zugefügt hatten. Es begab sich, daß ein Geistlicher, Namens Ocanna, ein Knäbchen aus dem Feuer riß; sogleich kam aber ein anderer Spanier, riß es ihm aus den Händen, und warf es mitten in die Flammen, worin es, nebst den übrigen, zu Asche verbrannte. Der nehmliche Spanier, der diesen kleinen Indianer in’s Feuer warf, ging noch desselbigen Tages nach dem Lager zurück, fiel aber unterwegs plötzlich darnieder und blieb todt; und ich war der Meinung, man solle ihn nicht beerdigen.“

„Imgleichen bezeuge ich, daß ich mehrmals mit eigenen Augen sah, wie die Spanier den Indianern die Hände abhieben, und sowohl Männern als Weibern, ohne irgend eine andere Veranlassung, als weil es ihnen so beliebte, Nasen und Ohren abschnitten. Dies geschah an so vielen Orten, daß es zu weitläuftig seyn würde, sie alle nahmhaft zu machen. Auch sah ich, daß die Spanier die Indianer mit Hunden hetzten, und sie in Stücken zerreissen liessen; wodurch ich ihrer ebenfalls sehr viele umbringen sah. Ferner sah ich sie so viele Oerter und Häuser in Brand stecken, daß ich die Zahl derselben nicht angehen

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Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 173. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/173&oldid=- (Version vom 31.7.2018)