Seite:Bartolomé de Las Casas-Die Verheerung Westindiens 1790.pdf/177

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Es ist noch nicht gar lange, daß die Spanier eine große Königin mit Ruthen peitschten und ums Leben brachten. Sie war die Frau des Elingue, der diese Länder als König regierte. Die Christen vergriffen sich an ihm, und brachten ihn durch ihre Grausamkeiten so weit, daß er sich empörte, und noch jetzt im Aufruhr begriffen ist. Nun nahmen sie die Königin, seine Gemahlin, die der Sage nach noch überdies in andern Umständen war, wider Recht und Billigkeit weg, und tödteten sie, damit ihr Gemahl sich darüber kränken und grämen sollte.

Wollte ich jede Grausamkeit und Mordthat einzeln erzählen, welche die Christen im Königreich Peru begingen und noch täglich begehen; so würde sich finden, daß alle übrige, welche sie in andern Gegenden verübten, sowohl in Ansehung der Menge, als Abscheulichkeit, gegen diese für nichts zu achten sind.


Granada.

Im Jahr eintausend fünfhundert neun und dreißig zogen mehrere Tyrannen zu gleicher Zeit von Venezuela, Sancta Marta und Carthagena, in der Absicht aus, Peru zu

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Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 177. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/177&oldid=- (Version vom 31.7.2018)