Seite:Bartolomé de Las Casas-Die Verheerung Westindiens 1790.pdf/194

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Damit nun ein jeglicher Christ desto mehr Mitleid mit diesen schuldlosen Völkerschaften empfinden, ihr Verderben und ihren Untergang desto mehr betrauren, hingegen den Uebermuth, die Habsucht und Grausamkeit der Spanier desto herzlicher verabscheuen möge; so nehme man die von mir verbürgte Wahrheit ein für allemal als ausgemacht an, daß nie ein Indianer, seit der Entdeckung Indiens bis auf den heutigen Tag, auch nur einem einzigen Christen, auf welche Art es auch immer seyn möge, das geringste zuwider that, wofern sie nicht vorher durch die Treulosigkeit, Bosheit und Raubgierde derselben dazu gereizt wurden. Sie betrachteten die Spanier vielmehr als Unsterbliche, die vom Himmel kamen, und behandelten sie solange als solche, bis ihre Werke zu erkennen gaben, wer sie waren und was sie eigentlich wollten.

Noch muß ich Folgendes hier anmerken: daß nehmlich die Spanier von Anfang an bis auf den heutigen Tag sich eben so wenig darum bekümmerten, diesen Völkern den Glauben an Jesum Christum verkündigen zu lassen, als wenn sie Hunde oder andere unvernünftige Thiere wären. Sie suchten vielmehr die Geistlichen recht vorsetzlich

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Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 194. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/194&oldid=- (Version vom 31.7.2018)