Seite:Bartolomé de Las Casas-Die Verheerung Westindiens 1790.pdf/195

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im Bekehrungswerke zu hindern, und fügten ihnen deswegen viele Leiden und Drangsale zu; denn sie befürchteten, es möchten ihnen Hindernisse dadurch in den Weg gelegt werden, so viel Gold und Schätze zusammen zu häufen, als ihre Habsucht sie hoffen ließ. In ganz Indien weiß man noch bis auf den heutigen Tag eben so wenig, wie vor hundert Jahren, ob Gott ein himmlisches Wesen, oder von Holz, oder von Erde sey. Neu-Spanien, woselbst sich Ordensgeistliche befanden, nehme ich allein hiervon aus; doch ist dasselbe nur als ein kleiner unbedeutender Winkel zu betrachten, wenn man es mit ganz Indien vergleicht. Aber alle übrigen Indianer starben ohne Glauben und Sacramente dahin.

Ich, Fr. Bartholomäus de la Casas oder Casaus, ward durch Gottes Barmherzigkeit bewogen, mich an den Spanischen Hof zu verfügen, und daran zu arbeiten, daß das Höllenheer aus Indien verjagt würde, damit jene unzählbaren Seelen, die Jesus Christus mit seinem Blute erlösete, nicht rettungslos und auf ewig verloren gehen, sondern vielmehr, ihren Schöpfer erkennen, und seelig werden möchten. Auch bewog mich Liebe gegen mein Vaterland Castilien

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Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 195. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/195&oldid=- (Version vom 31.7.2018)