Seite:Bartolomé de Las Casas-Die Verheerung Westindiens 1790.pdf/32

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

auf die nehmliche Art in den Meiereien oder sogenannten Stationen. So ward die ganze zahlreiche Volksmenge auf dieser Insel vertilgt; und auf solche Weise hätte man die sämtlichen Bewohner der Erde ausrotten können. Sie bestimmten die Lasten, welche sie ihnen aufluden,

Empfohlene Zitierweise:
Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 32. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/32&oldid=- (Version vom 31.7.2018)

    [30] genannt werden, und den Rüben nicht unähnlich sind. Zwar lassen einige Spanier, die für freigebig angesehen seyn wollen, wöchentlich ein Schwein für funfzig Indianer schlachten; hiervon behält aber der Aufseher über die Minen wenigstens zwei Viertel für sich, und dann erst werden die andern zwei Viertel unter die Indianer vertheilt. Mithin bekommt jeder ungefähr ein Stückchen Fleisch von der Größe wie das geweihte Brod, welches Sonntags in der Kirche ausgetheilt wird. Ich habe Leute gekannt, die so geizig waren, daß sie den Indianern gar nichts zu essen gaben, sondern sie allemal über den andern Tag auf Berg und Feld zur Weide trieben, wo sie ihre Nahrung auf Bäumen und Gesträuch suchen mußten. Ausser demjenigen, was sie im Magen nach Hause trugen, hatten sie in der Zwischenzeit keinen Bissen zu ihrer Nahrung. Auf diese Art brachten die Spanier bisweilen eine Arbeit zu Stande, die fünf bis sechshundert Castilianer werth war, und ihnen keinen Kreuzer kostete.