Seite:Bartolomé de Las Casas-Die Verheerung Westindiens 1790.pdf/35

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und immer grausamer wurden. Denn Gott ließ es zu, daß sie täglich tiefer sanken, und gab sie in ihrem verstockten Sinn und verkehrtem Wesen dahin.


Sanct Juan und Jamaica.

Nach Sanct Juan und Jamaica – die beide einem Garten glichen, worin Bienen schwärmen – kamen die Spanier im Jahr eintausend fünfhundert und neun, und zwar in eben der Absicht und mit dem nemlichen Vorhaben, wie nach Hispaniola. Hier begingen sie alle oben erwähnten Sünden und Missethaten; hier übten sie die größten und unerhörtesten Grausamkeiten an den schuldlosen unglücklichen Indianern aus, ermordeten, verbrannten, brieten, hetzten sie mit grimmigen Hunden, bürdeten den übrigen die unerträglichsten Arbeiten, besonders in den Bergwerken, auf, und marterten und quälten sie so lange, bis sie samt und sonders vernichtet und ausgerottet waren. Vormals gab es in diesen beiden Inseln über sechsmalhunderttausend, wo nicht gar eine Million, Seelen. Heutiges Tages findet man in jeder

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Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 35. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/35&oldid=- (Version vom 31.7.2018)