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so, daß ihm deren nur noch dreißig, oder ein Zehntel derselben übrig waren. Man gab ihm deren wieder so viel, wo nicht noch mehr, und er brachte sie abermals um. Er bekam zum drittenmale so viel, und machte es wieder so, bis endlich der Teufel seine Seele holte.

Während meines Aufenthaltes starben binnen drei oder vier Monaten siebentausend Kinder vor Hunger, weil ihre Väter und Mütter in die Bergwerke geschickt wurden. Auch sah ich noch andere schreckliche Dinge.

Man beschloß nachher, Jagd auf die Indianer zu machen, die sich im Gebirge befanden, und ging entsetzlich mit ihnen um. Kurz, die Spanier entvölkerten und verheerten diese ganze Insel, so, daß wir noch vor weniger Zeit mit viel Betrübniß und Leidwesen wahrnahmen, daß sie durchgehends zur Wüste und Einöde gemacht worden sey.


Terra firma.

Im Jahr eintausend fünfhundert und vierzehn kam ein verruchter Gouverneur hieher; ein greulicher Tyrann, ohne Klugheit, ohne Menschengefühl;

Empfohlene Zitierweise:
Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 42. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/42&oldid=- (Version vom 31.7.2018)