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auf der ganzen Welt noch nirgends gesehen hatte. Denn ob man gleich beinahe ganz Spanien mit Golde, und zwar sehr feinem Golde, angefüllt hatte, das aus der Insel Hispaniola geholt ward; so mußte doch dieses erst in den Bergwerken von den Indianern dem Eingeweide der Erde entrissen werden, von welcher Arbeit sie, wie gesagt, starben.

Dieser Gouverneur erfand nebst seinen Leuten ganz neue und unerhörte Quaalen für die armen Indianer, damit sie ihr Gold entdeckten und ihnen es überlieferten. Einer seiner Offiziere, der Befehl von ihm hatte, die Leute zu berauben und auszurotten, brachte auf einem einzigen seiner Züge vierzigtausend Menschen ums Leben. Ein Mönch, vom Orden des heiligen Franziscus, der ihn auf diesem Marsch begleitete, und sich Fra Franzisco de Sant Roman nannte, hat dieses mit eigenen Augen gesehen. Man ließ sie über die Klinge springen, verbrannte sie lebendig, hetzte sie mit blutgierigen Hunden, oder marterte sie auf andere Art zu Tode.

Zufolge einer höchst gefährlichen Verblendung, womit alle diejenigen behaftet waren, die

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Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 44. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/44&oldid=- (Version vom 31.7.2018)