Seite:Bartolomé de Las Casas-Die Verheerung Westindiens 1790.pdf/52

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nehmen konnten. Nachdem er in Eil so viel Volk, als er nur aufbringen konnte, zusammengerafft hatte, holte er die Christen, welche seine hundert und dreißig- bis vierzigtausend Castilianer noch bei sich hatten, am zweiten oder dritten Tage ein, griff sie muthig an, erschlug ihrer gegen funfzig, nahm ihnen all sein Gold wieder ab, und jagte die übrigen, welche Schläge genug davon trugen, in die Flucht. Bald hierauf fielen sehr viele Christen gemeinschaftlich über erwähnten Caziquen her, ermordeten nicht allein ihn, sondern zugleich eine Menge seiner Unterthanen, machten die andern zu Sklaven, und brachten sie wie gewöhnlich um. Solchergestalt ist heutiges Tages in diesem ganzen Bezirke, der über dreißig Meilen beträgt, und ehedem voll angesehener Leute war, keine Spur, kein Zeichen von Wohnung oder Eingebohrnen mehr übrig, die ich allenfalls hätte entdecken können. Ueberhaupt sind die Greuel und Mordthaten nicht zu zählen, die jener Elende nebst seinen Helfershelfern in diesen von ihm entvölkerten Reichen verübte.


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Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 52. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/52&oldid=- (Version vom 28.4.2017)