Seite:Bartolomé de Las Casas-Die Verheerung Westindiens 1790.pdf/81

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ließen sie deren nicht mehr, als nur zweitausend übrig. Selbst von diesen werden täglich noch einige durch ihre erwähnte Sklaverey hingerichtet.

Doch ich kehre wieder zu dem ungeheuern Wüthrich im Königreiche Guatimala zurück, um noch eins und das andere von ihm zu erzählen. Er übertraf, wie gesagt, alle seine Vorfahren, und that es allen übrigen gleich, die sich noch bis auf den heutigen Tag dort befinden. Von den Provinzen, die an Mexico gränzen und durch die er marschirte, sind bis zum Königreiche Guatimala, wie er selbst in einem Briefe an seinen Prinzipal schreibt, gerade vierhundert Meilen. Auf diesem ganzen Wege mordete, raubte, sengte und brennte er, und nahm endlich das ganze Land unter obgedachtem Vorwande in Besitz. Er sagte nehmlich den Indianern, sie müßten sich diesen unmenschlichen Barbaren unterwerfen, und zwar im Namen des Königs von Spanien, der ihnen ganz unbekannt war, und von dem sie noch nie das Mindeste gehört hatten. Natürlich mußten sie glauben, er sey noch weit grausamer und ungerechter als jene; denn man ließ ihnen nicht einmal so viel

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Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 81. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/81&oldid=- (Version vom 31.7.2018)