Seite:BaumannImGottesländchen.pdf/32

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Schatz gefunden oder gestohlen und ihn im Walde vergraben habe. Da er nicht gestehen wollte, wo derselbe geblieben, habe der böse Gutsherr ihn hinrichten lassen. Nachher sei auf seinem Grabe oftmals eine Hand zu sehen gewesen, die nach dem Walde hingewiesen habe, um anzudeuten, wo der Schatz zu finden wäre. Der sei jedoch nicht gefunden worden. Nach einer anderen Sage soll einst in dieser Gegend eine große Stadt gestanden und sich in Postenden die Post befunden haben.


Talsen und Umgegend.

Auf die Berge will ich steigen,
Wo die frommen Hütten stehen,
Wo die Brust sich frei erschließet.
Und die freien Lüfte wehen.
               H. Heine, Harzreise.

29. Juni. Während die aus Süden von Hofzumberge kommende Hügelkette ostwärts im Hüningsberge ihre größte Höhe erreicht, findet eine andere, die ihr parallel läuft und von Autz über Frauenburg, Kandau und Zabeln nach Norden vordringt, ihren Höhepunkt in den Bergen bei Talsen, wo der Sukturberg dem Hüningsberge als Rival an die Seite gestellt werden kann[1]. Diese bewaldeten Berge bei Talsen ragen hoch über die Umgegend empor und nehmen, hauptsächlich zwischen der Tuckumer und Nurmhusenschen Landstraße, einen Raum von mehreren Quadratwersten ein. Von ihnen wurde erzählt, daß dort lohnende Fernsichten, eigen­artige Naturschönheiten das Auge des Wanderers erfreuten und ein Völklein lebe, das noch zum Teil unter dem Banne

der alten Volkspoesie stehe. Diese Mär ließ für den Städter,

  1. Als eine Fortsetzung und als Abschluß dieses Höhenzuges sind die Hügel bei Erwahlen (Saßmacken) und die Blauen Berge bei Dondangen anzusehen.
Empfohlene Zitierweise:
Edgar Baumann: Im Gottesländchen. In Kommission bei Kluge und Ströhm [et al.], Reval [et al.] 1904, Seite 24. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:BaumannImGottesl%C3%A4ndchen.pdf/32&oldid=- (Version vom 27.1.2019)