Seite:Bechstein Thüringische Volksmährchen 1823.pdf/145

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Alte Leute erzählen viel von den sogenannten Böhlersmännchen; manche wollen sie sogar im Mondenschein ackern gesehen haben, jetzt zeigt sich nichts mehr. Nur zuweilen begegnet es einem Bauern, wenn er zu lange vor dem Schönenbrunnen verweilt, und zu tief in das Weizenbierglas gesehen hat, daß er im Nachhausewandeln, wenn er an das kleine Hölzchen kömmt, welches dem Eingang in die Zwergenhöhle gegenüber liegt, sich von hinten ergriffen fühlt, und niederpurzelt, oder daß ein pfeifender Wind ihm die Dohle entführt, und er halbe Stundenlang hinter diese herlaufen muß, oder daß sich ihm eine Last aufhockt, welche er beinahe bis an das nächste Dorf Espenfeld, huckepack tragen muß. Schon manchen hat es dort hinten geneckt, irre geführt u. s. w. denn man ist in dem stillen Thale wie abgeschnitten von der Welt. Ob nun die drolligen Gnomen noch immer ihr Wesen treiben, oder ob sie sich einen andern Aufenthaltsort gewählt haben, da sie nicht mehr erscheinen, wollen wir an seinen Ort gestellt seyn lassen.

Empfohlene Zitierweise:
Ludwig Bechstein: Thüringische Volksmährchen. Carl Fleck und Comp., Sondershausen 1823, Seite 143. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bechstein_Th%C3%BCringische_Volksm%C3%A4hrchen_1823.pdf/145&oldid=- (Version vom 31.7.2018)