Seite:Beschreibung der Gegend, in welcher die gräfliche Residenz Castell liegt, der darin befindlichen Erd- und Steinarten, und anderer Producte.pdf/13

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

die Fasern oder Strahlen laufen aber alle perpendiculär: der Farbe nach ist er ganz weiß und hat einen glänzenden Bruch. Er liegt selten allein, sondern allemahl bey oder in der Nachbarschaft des Alabasters und Gypses, mit dem er oft auf das vesteste zusammengewachsen ist. Man findet ihn in großen Tafeln, wo 1/2 Zoll bis 3 Zoll dick, welche allemahl horizontal in der Erde liegen. Wäre die Masse selbst nicht so zerbrechlich, so könnte man ganze Tafeln von vielen Quadratschuhen im Umfang herausbringen. So weich aber die Masse ist, so durchschneidet sie in der Erde doch alle Körper, welche sie antrifft. Ich habe solche Federweißtafeln gesehen, welche sich vor einem mächtigen Gypsblock zeigten, durch denselben durchgingen, zum Theil vest mit ihm verwachsen waren und hinter demselben in gleicher Richtung weiter fortliefen und Damm-Erde, Thon- und Mergel-Lagen durchschnitten. Weil er aber sehr zerreiblich und oft mit andern Körpern zusammen gewachsen ist, so bringt man selten ganze große Tafeln heraus.

.

Das Federweiß wird höher geschätzt, als der Gyps und Alabaster, und daher fleißig gesammelt.