Seite:Beschreibung der Gegend, in welcher die gräfliche Residenz Castell liegt, der darin befindlichen Erd- und Steinarten, und anderer Producte.pdf/14

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Der Centner kostet, ganz roh, von 24 bis zu 30 kr. Rheinisch. Die gemeinen Leute geben es ihrem Vieh als eine Arzeney; ehemahls hat man es auch in den Apotheken gebraucht, und es dient als ein absorbens. Seiner Zerreiblichkeit wegen braucht man es auch häufig zu Streusand.

Nun etwas zur Geschichte des Casteller Gypses, so viel ich davon habe auffinden können.

Die Gypssteine selbst zu entdecken, forderte nur gesunde Augen, da sie häufig zu Tag liegen: aber wer sie als Gypssteine erkannt und wer die Entdeckung gemacht habe, das weiß man nicht, und es ist sogar nicht einmahl mehr eine mündliche Überlieferung darüber vorhanden. Die erste Entdeckung muß sich aber ganz in das graue Alterthum verlieren: denn ziemlich alte Nachrichten thun des Alabasters oder Marmors als einer bekannten Sache Meldung.

Die älteste schriftliche Nachricht, welche davon sich vorfindet, ist von 1578. In diesem Jahr schrieb nämlich Ludwig Pfalzgraf bey Rhein des Hayl. Römischen Reichs Erztruchses vnnd Churfürst, Herzog in Bayern etc.