Seite:Beschreibung der Gegend, in welcher die gräfliche Residenz Castell liegt, der darin befindlichen Erd- und Steinarten, und anderer Producte.pdf/5

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hat aber doch nicht so viel wildes Feuer als manche andere Frankenweine, besonders die Wirzburgischen; er ähnelt dem Rheinwein, ist aber in den ersten Jahren von erdichtem, fettem Geschmack; wenn er aber oft abgelassen oder, wie man sagt, im Keller fleißig gebauet wird, so gibt es wirklich einen trefflichen Wein, den mancher schon für Rheinwein gehalten hat. Durch das Verführen gewinnt er unglaublich, dieß bemerkt man schon, wenn er nur einige Stunden weit gefahren wird; transportirt man ihn aber viele Meilen, so verändert er seine Farbe und Geschmack zu seinem Vortheil so sehr, daß man ihn kaum mehr erkennt. Ich bin sicher, daß, wenn Auswärtige die Probe mit ihm machen werden, er gewiß ihren Beyfall finden wird. Die Sachsen hohlen zuweilen eine Quantität davon, und bey ihnen muß er gewiß für Rheinwein gelten.

Auch fremde Gewächse gedeihen in diesem Boden gut; besonders die achtzeilichte Gerste und verschiedene ausländische Getraidearten, welche starken Boden erfordern. Es sind damit wirklich Versuche gemacht worden; denn der jetzt regierende Graf Albrecht Friedrich Carl zu Castell hat die ganze Sammlung des Herrn