Seite:Beschreibung der Röhne und der darauf liegenden Ortschaften Frankenheim und Birx.pdf/10

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aus denen sie sich von den Dächern aus manchmal eine Bahn zu ihrer Stallung oder Scheune brechen müssen. Sie entfernen sich daher selten aus ihren Wohnungen, um nicht in den Windwehen ihren Tod zu finden. Aus dieser Ursache kommen zu Zeiten ihre Kinder erst nach einem Vierteljahre zur Taufe. – Von allem Prunk entfernt leben sie sehr mäßig, und unserm Bedünken nach dürftig. Ein schwarzes Brod von gemahlenen Grundbirnen, Haber und Gerste, oder von wenigem Korne, eine kalte Grundbirn mit Salz, ein wenig Käs, oder ein wenig Kraut und dürres Fleisch, machen ihre Nahrung aus, und ihr Getränk besteht in Wasser und schlechtem Biere aus Gerste und Haber, und in Fruchtbrantewein. Sie sind von mittelmäsiger Größe, bleich von Farbe, braungelb von Haaren, welche ihnen stracks um den Kopf hängen, und meistens aufrichtige Leute, die nur Herzenssprache reden. Sie kennen in ihrer Aussprache fast durchgängig keinen Doppellauter, nennen einen jeden Fremden mit dem trauten Wörtchen du oder ihr, und haben hie und da ganz besondere Benennungen. So heist bey ihnen Serges ein Frauenrock von Petermann; Terges die darin befindliche Tasche. u. s. f.

Empfohlene Zitierweise:
Anonym: Beschreibung der Röhne und der darauf liegenden Ortschaften Frankenheim und Birx. In: Journal von und für Franken, Band 1, S. 233-254. Raw, Nürnberg 1790, Seite 242. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Beschreibung_der_R%C3%B6hne_und_der_darauf_liegenden_Ortschaften_Frankenheim_und_Birx.pdf/10&oldid=- (Version vom 31.7.2018)