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es darf immer hoffen, daß seine Früchte da gedeihen, wo dem Frankenheimer von Kälte alles verdirbt. Es zieht auch in aller Rücksicht mehr Getraide. Frankenheim aber muß sich mit Haber und wenig Gerstenbau begnügen.

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 Im Betreff der Aussaat des Habers geht der dasige Landmann sonderbar zu Werke. Er wählt sich ein Stück Wasen, pflügt es um und säet darauf seinen Haber, welcher vom Wasen gedüngt bey einer guten Witterung reichlich ausgibt. Nach einigen Jahren läßt er dieß Erdreich liegen, und vom neuem mit Wasen überziehen, um dadurch für den Haber wieder einen Dung zu erhalten, während er ein anderes Stück Wasen umpflüget. – Ist die Aussaat geschehen, so gibt er sich mit dem Bau von Grundbirnen, Kohlrüben und Kraut ab, welche Gemüse auf dieser Oberfläche viel besser gedeihen, als in der umliegenden Gegend, und die er den Thalbewohnern verkauft, um sich daher Korn und andere Früchte zu verschaffen. – Bald hierauf nimmt er die Sichel zur Hand, um der Röhne ihr grünes Gewand wieder abzuziehen, und für seine Heerden auf die langen Wintertage die Nahrung zu speichern. Der große Raum des Wasens ersetzt ihm die Menge

Empfohlene Zitierweise:
Anonym: Beschreibung der Röhne und der darauf liegenden Ortschaften Frankenheim und Birx. In: Journal von und für Franken, Band 1, S. 233-254. Raw, Nürnberg 1790, Seite 244. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Beschreibung_der_R%C3%B6hne_und_der_darauf_liegenden_Ortschaften_Frankenheim_und_Birx.pdf/12&oldid=- (Version vom 6.6.2017)