Seite:Beschreibung von Uffenheim, und der sogenannten Hirsbreykirchweih daselbst.pdf/13

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des andern ein Vergnügen genießen? Ich muß hier abbrechen, um nicht weitläuftig zu werden. Zu einer andern Zeit schreibe ich Ihnen mehrers von Uffenheim.

Ehe ich aber noch ganz schließe, muß ich Ihnen doch auch sagen, daß ich in der Post logire. Es ist zwar in allen Wirthshäusern gut zu logiren; aber ich werde nur immer, so oft ich nach Uffenheim kommen sollte, die Post wählen, und dieß deßwegen, weil es da so artige Gesellschaften gibt. Sie wissen, daß ich immer gerne in solchen Gesellschaften bin, welche aus gut gesitteten, muntern und verständigen Personen bestehen, und dergleichen findet man in der Post. Kaum konnte ich den Abend erwarten, wo diese braven und rechtschaffenen Leutchen zu muntern und vertraulichen Gesprächen sich versammelten, die dem Geiste so manche Nahrung darbieten, und immer war ich ungehalten, wenn die Glocke 10 Uhr schlug, weil sich um diese Zeit einer um den andern der Gesellschaft entzog, welcher ich gerne bis um Mitternacht beygewohnt hätte. So angenehm verstrich mir hier die Zeit, und nur zu oft bedauerte ich, daß sie Flügel hatte etc.

Ihr reund
treuer Freund
K. reund

Uffenheim, den 30 Julii 1792.