Seite:Beschreibung von Uffenheim, und der sogenannten Hirsbreykirchweih daselbst.pdf/7

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oder gänzlich abgestellet werden sollten.

Was die Sitten der hiesigen Einwohner betrifft; so kann ich Sie versichern, daß diese mit den Sitten der Franken meistentheils übereintreffen; doch gibt es auch redliche, höfliche, gesellige und freundschaftliche Personen unter ihnen, die wissen, wie man einen Fremden behandeln soll. Unter dem andern Geschlecht gibt es bisweilen ein leidliches Gesichtchen; aber ich wüßte nicht, welche ich schön nennen sollte. Meinetwegen mag es auf mich böse werden oder nicht. Das weiß ich wohl, daß sich das Frauenzimmer eher Ehre und Tugend absprechen läßt, als Schönheit. Damit will ich aber nicht behaupten, als wenn sie alle Ehre und Schamhaftigkeit ausgezogen hätten, nein – hier muß ihnen auch ihr Feind Gerechtigkeit widerfahren lassen – ich rede nur von Schönheit.

Übrigens muß ich noch zur Ehre der hiesigen Einwohner sagen, daß sie fleißig sind, und sich zu allen Geschäfften sehr wohl verstehen. Auch suchen sie sich in allen Stücken zu verbessern; aber ganz vollkommen aufgeklärt sind sie noch nicht, einige von ihnen sind noch zu sehr bigott und abergläubisch.