Seite:Betrachtungen über den Aufsatz von den Ursachen der Theurung aller Lebensmittel, besonders in dem Fränkischen Reichskreise, in des 2ten Bandes 3ten Hefte dieses Journals.pdf/25

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daß diese jeder Beamte im Durchschnitt für 8 Personen in Natura erhalte, damit er immer damit versehen, und bey einer allzugroßen Theurung nicht gezwungen werde, entweder eine sechsjährige Ersparniß zuzusetzen, oder einen demüthigen Supplicanten zu machen.

Auf der andern Seite hingegen hab ich wieder zu bemerken, daß, der Beamte bekomme was er wolle, den größten Theil genommen, wieder Nichts erklecke, wobey ebenmäßig der grundverderbliche Luxus, und die verdorbene Erziehung und Lebensart die meiste Schuld trägt.[1]

Der Landsbeamte hielt sich vor Zeiten a) seinen bordirten Rock als ein Staatskleid, und die Frau ein reiches Kleid in ihrer Art, woran beyde 30 bis 40 Jahre hatten, und noch brauchbare, oder wenigstens verkaufbare Stücke ihren Kindern zurückließen. Dermahlen wird alle Monate, oder wenigstens


  1. Ich sah voriges Jahr auf der Cur zu Kißingen Beamte mit Postzügen, die nebenbey noch ein eigenes Reitpferd mitgebracht hatten, dessen sich kein Graf schämen durfte. Ein reicher Cavalier sagte, als er den Luxus bemerkte, daß ichs in meine Ohren hören konnte: so weit erstreckt sich mein Beutel nicht.