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Zu enge Brust.


Ein Sekundaner, sechzehn Jahr,
Steht im Bezirksgedräng –
Der Stabsarzt sagt ihm klipp und klar:
„Die Brust ist viel zu eng!“ –
„„Für eine Kugel breit genug““,
Sagt keck der junge Schneuz,
„„Und wenn es Gott im Himmel will,
Auch für ein Eisern Kreuz!““


Ein kleiner Held.


Ein sonnengebräunter Lockenkopf,
Die Augen wie Stahl und Feuer,
Wie rote Kirschen der frische Mund,
Die Backen wie Äpfel dick und gesund,
Ein echter deutscher Germanenkopf,
Nur schade!.. Hinten ein Zopf,
Ein Mädchen!.. und kein Junge!

Vom Kriegsspiel kam sie müd und matt; –
„Papa“, rief sie, „nun hab ich’s satt,
Die Jungens strecken die Zunge heraus
Und schicken mich immer wieder nach Haus!
Sag, lieber Papa, kann ich denn nicht
Auch noch ein Junge werden?“ ....

Empfohlene Zitierweise:
Max Bewer: Humor ins Feld!. Goethe-Verlag, Leipzig o.J. (1915), Seite 3. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:BewerHumorInsFeld.pdf/5&oldid=3221646 (Version vom 31.7.2018)