Seite:Beytrag zur Geschichte der Hexenprocesse in Franken.pdf/4

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Aus dem XV Jahrhundert finde ich nur folgende zwey Fälle in Nürnbergischen Chroniken:

1434 hat man Catharina, Hanns Ambergers Weib, als eine Zauberin und Segensprecherin eine Viertelstunde an den Stock bey der Pegniz gestellt, ihr eine Inful aufgesetzt, daran Teufel gemahlt waren, und alsdann ihr ein Stück von der Zunge abgezwickt.

1468 hat man ElsKramerin, eine Zauberin, die ihren Buhlen auf dem Bock holen lassen, eine halbe Stunde auf den Pranger gestellet, nachmahls an einen Stock, der in Form eines Kreuzes mitten auf dem Markt eingegraben gewesen, gebunden und ihr ein Zeichen an die Stirn gebrannt.

Im XVI Jahrhundert finde ich zu Nürnberg den einzigen Fall einer Hinrichtung, daß 1588 den 18 Januar, Margaretha Hornin, Diebshelerin und welche durch zauberische Mittel verholfen, daß ihr Mann nichts gestehen sollte, ertränkt wurde.

Im XVII Jahrhundert sind wenigstens 8 solche Executionen zu Nürnberg vorgegangen, worunter aber die meisten Inquisiten zugleich noch anderer Verbrechen schuldig waren. Von diesen will ich ein andermahl Nachricht ertheilen.