Seite:Beytrag zur Toleranzgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts.pdf/11

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Übrigens ist es mir, ich gestehe es aufrichtig, beynahe unglaublich, wie in einer Cistercienserabtey Schönthal, wegen welcher Degen dem Schatten Götzens mit der eisernen Hand zuruft:


 O freue dich, daß dir dein Grab
Dein Gott in Schönthals Hallen gab!
Auch hier gilt edler Freyheitssinn,
Wie dir einst, mehr als Goldgewinn;

 Der Freundschaft, die dir heilig war,
Stralt hier ein güldner Hochaltar,
Ihr Tempel, unentweiht und hell’,
Ist jedes Vaters reine Zell’.

 Du haßtest Zwang und Gleißnerey.
Wie Schönthals würdige Abtey;
Du liebtest edle Frölichkeit,
Auch der ist hier ein Thron geweiht.

 Drum freue dich, daß dir dein Grab
Dein Gott in Schönthals Hallen gab!
Der Strom des Denkens, der hier fleußt,
Rauscht frey und edel, wie dein Geist.[1]


ich sage, es ist mir beynahe unglaublich und unbegreiflich, wie in einem Schönthal im Jahre 1790 noch ein Zöcklein könne gefunden werden. Aber wo in der Welt ist ein großer oder kleiner Staat, sey er noch so aufgehellt


  1. S. dessen Gedichte. Ansp. 1786. S. 141.