Seite:Beytrag zur Toleranzgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts.pdf/6

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

nicht bleibt in der Lehre Iesu Christi, wie kann er die Seeligkeit hoffen? freilich kömmt es einem hart an, der in Ehren steht mit Besoldung, die Ehre und Nahrungs Unterhaltung fahren zu lassen. Wäre dieses nicht: O wie viele würden schon die Katholische Religion, die Sie als die wahre erkennen, angenommen haben! Es hat ein sicherer in Dienst stehender Lutherischer Jäger, neulich erst zu ihrer Jungfer Dochter gesagt und Sie versichert in meiner Gegenwart, daß er heute wollte Katholisch werden, wenn er Brod bei einem Katholischen Herrn zu finden wüste. Ich bin nicht gesinnet, mit wichtigern Beweisthümern Ihnen beschwerlich zu fallen, Ich wollte Ihnen nur Nachricht von der Entschließung ihrer Jungfer Dochter geben, und geziemenst Bitten, wegen Ihrem Vorhaben nicht entrüßtet zu werden: Wie nicht minder Ihr ein Stück Gelds zu ihrer Nothdurft zu übermachen, da sie einfach gekleidet, und ohne selbes vom Haus wegen härtesten Tractement heimlich abgegangen. Sie versiehet sich hierauf nebst ihrem gehorsamsten Compliment an Hrn. Papa und Frau Mama und erhoffet solches bei nächster Gelegenheit, Ich aber ein großgünstige