Seite:Bibliopolisches Jahrbuch 1841.pdf/85

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Schulkenntnisse besitzen. Hansard, in seinem, alle Zweige der Buchdruckerkunst mit tiefem, praktischem Blicke umfassenden Werke: „Typographia: an historical sketch of the origin and progress of the art of printing etc.“, spricht sich darüber S. 742 in folgender Weise aus: „So nothwendig es ist, dass die Correctoren Sprachkenntnisse besitzen, eben so erforderlich ist es, dass sie mit der Natur des Druckgeschäftes bekannt sind, weil sie sonst leicht in die Verlegenhet kommen, gegen die Eigenthümlichkeiten der Kunst anzustossen. Aus diesem Grunde werden dieselben in den meisten Druckereien aus den Setzern gewählt, die zu diesem Geschäfte sich eignen, und die nicht allein die Buchstabenfehler auszumerzen verstehen, sondern auch die Ungleichheiten des Satzes aufzufinden vermögen, was man von Personen nicht erwarten kann, die keine technische Kenntniss des Geschäftes besitzen.“

Wie in England, wird auch in den deutschen Officinen alles für den Druck Bestimmte in der Regel wenigstens zwei Mal corrigirt. Die erste Correctur ist zunächst bestimmt, die durch das Setzen entstandenen technischen, orthographischen und Interpunctions-Fehler auszuscheiden, worauf eine zweite oder, wo diese noch zur Purificirung im Allgemeinen erforderlich ist, eine dritte Correctur – mit welcher bei wissenschaftlichen Schriften, wenn nicht der Verfasser selbst sich derselben unterzieht, gewöhnlich Personen vom Fache beauftragt werden – mehr für die Prüfung und gleichsam Ausfeilung des Inhaltes selbst bestimmt ist.

In Bezug auf die Correctur im Allgemeinen spricht sich Hansard im angeführten Werke, im Eingange seines Abschnittes über das Correcturwesen, folgendermassen aus: „Es war stets das Hauptaugenmerk guter Buchdrucker und sollte es immer sein, auf Richtigkeit des Druckes zu sehen (to aim at accuracy), und während sie Sorge tragen, dass das, was aus ihren Pressen hervorgeht, von technischen Mängeln frei sei, müssen sie noch mehr Sorgfalt darauf wenden, wirkliche Druckfehler zu vermeiden. Das Geschäft des Corrigirens muss deshalb Personen übertragen werden, die nicht allein eine vollkommene

Empfohlene Zitierweise:
Johann Jacob Weber (Hrsg.): Bibliopolisches Jahrbuch für 1841. J. J. Weber, Leipzig 1841, Seite 68. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bibliopolisches_Jahrbuch_1841.pdf/85&oldid=- (Version vom 31.7.2018)