Seite:Bibliopolisches Jahrbuch 1841.pdf/86

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Kenntniss ihrer Muttersprache besitzen, sondern auch einigermassen mit solchen Sprachen bekannt sind, welche öfter vorkommen, wie die lateinische, französische, italienische, griechische, hebräische (wir Deutsche fügen noch die englische hinzu), Personen, die überdies ein scharf unterscheidendes Auge haben. Das sind die Eigenschaften, mit welchen ein Corrector sowohl den Ruf seines Principals wie auch seinen eigenen erhöhen kann, denn es muss auch die Sorge der Buchhändler sein, ihre Werke durch solche Buchdrucker ausführen zu lassen, welche sie entweder selbst als tüchtige Correctoren kennen oder denen doch gebildete, mit allgemeinen Kenntnissen versehene Personen zu diesem Zwecke zu Gebote stehen. Es ist freilich zunächst Sache des Verfassers selbst, dafür zu sorgen, dass sein Buch correct erscheine, entweder indem er sein Manuscript gut und deutlich geschrieben abliefert, oder doch die Correcturbogen sorgfältig durchgeht; immer aber ist es ein grosser Vortheil, von einem tüchtigen Corrector unterstützt zu sein, welcher die Ungenauigkeiten des Verfassers in dem Gedanken wie in der Sprache zu entdecken und durch einsichtsvolle Nachhülfe zur Vollkommenheit seines Werkes beizutragen vermag.“

Es wird daher in diesem, den Gesammtinteressen des Buchhandels und der Typographie gewidmeten Jahrbuche an seinem Orte sein, für Ungeübte im Correcturwesen eine kleine Uebersicht von dem zu geben, was dabei im Allgemeinen zu beachten ist. Mit Uebergehung des hinlänglich Bekannten, wie der gewöhnlichen Correcturzeichen, die ohnehin bereits früher in diesem Werke (Jahrg. II. pg. C–CVIII.) von anderer Hand aufgeführt sind, sollen zunächst die Punkte hervorgehoben werden, welche die Symmetrie des Satzes und die Wörterabtheilung betreffen. Ist auch der Erstere, nämlich ein symmetrischer, geschmackvoller Satz, als rein technisch, mehr Sache der Druckerei, und eine genaue Controle darüber von einem damit Unbekannten nicht zu erwarten, so ist er doch für die Schönheit des Druckes eine wesentliche Bedingung und gehört mithin in den Bereich der Correctur im weiteren Sinne. In

Empfohlene Zitierweise:
Johann Jacob Weber (Hrsg.): Bibliopolisches Jahrbuch für 1841. J. J. Weber, Leipzig 1841, Seite 69. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bibliopolisches_Jahrbuch_1841.pdf/86&oldid=- (Version vom 31.7.2018)