Seite:Bruder Felix Fabers Gereimtes Pilgerbuechlein.djvu/6

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Sexs tag sy still dô lâgent vnd wartent vff den wind,
der huob her an ze blâsen ze mitternacht gar schwind;
gen Kursula in winden land
wurdent sy geworfen bis an das trucken land.

bl. 4 a.
 
121
Dô selbet sy sich spîstend vnd fuorund bald dâr von;

der wind das mer was rîszen, das schif rant schnel dâr von;
si gwununt starcken wider wind
hin vnd si schwoiftend, das leben was ir gwin.
 
Dô sy lang umfuorend, der wind fast wider waut
gen Lesina sy zuo huobund zuo der stat gar nâch,
dô woltend sy gelendet hân;
der wind kam her gestirmet, schif warf er wît hin dan.
 
Der wind die galê faszet, die segel must ma’m lân
hôch warf ers in das waszer, ans land liesz ers nit gaun;
doch troib ers hin in ein gewild,
zwischet zwên hôch berge, dô lâgents trî tag still.
 

133
Har ûsz send sy gefaren der wind mit in was dran

vnd hând zu Ragus gnâhet, bî nacht sy kâment dâr;
am morgen as die sun vff brâch
in die stat sy giengend vnd kauftend was inn gbrast.
 
Die stat ist rîch vnd mechtig wît werbet durch die welt,
im mer vnd vff dem ertrîch trîbt sy grôsz geschefft
durch dhoidenschaft vnd cristenhait
den kingen tribut gebet vnd tuond ir nit a laid.
 

bl. 4 b.
Die bilgri dârvon fuorund vil tag hin vff dem mer

vngwitter sich arhuobe das waszer wittet sêr;
kein bilgri was sô starcker macht,
der nit lêg dâr nider, beraubet sîner kraft.
 

145
Hin firbas send sy komen, gen Chorphun an das land,

mit arbait vnd vil komer, dâr von ist kein gesang.
Korphun die insel wol erkant,
mit mer ist sy umgeben, dô hept an Kriechen land.
 
Dô fundent sy zum êrsten getailt die cristenhait
die kriechen von dem remschen hând ein bsunders gfert
êwîb die selben pfaffen hând,
lang bert vnd unbeschoren, ob alter wild gesang.
 
Roisig lyt dô wârend ze schiff gewâfnet wol,
die das mer bewartend vm iren guoten sold,
den bilgri seitents bêsen mêr,
wie der grime Tircke fur Rodis gschlagen wêr.

Empfohlene Zitierweise:
Anton Birlinger (Hrsg.): Felix Fabri: Bruder Felix Fabers Gereimtes Pilgerbüchlein (1480). E. A. Fleischmann’s Buchhandlung, München 1840, Seite 6. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bruder_Felix_Fabers_Gereimtes_Pilgerbuechlein.djvu/6&oldid=- (Version vom 31.7.2018)