Seite:Bruder Felix Fabers Gereimtes Pilgerbuechlein.djvu/8

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Was wend ir euch selbs zychen ir fromen bilgeri,
dasz ir den tôd nit fliehend, die marter vnd vil pîn
der Tircken vnd der hoidenschaft,
die ir mieszend lîden in der gfangenschaft.

bl. 6 a.
Ach lieben zarten bilgri! nun kêrend wider vm,

farent hoin mit fride, arfreiend ewer freund
was grôszes lydes vnd grôszer angst
wurdent sy enpfahen von ewrem herten gfang.

205
Send ir gefangen worden von den Tircken grim,

sô wêr euch wêger sterben, den stêts bî ina sein;
dô wêr all stund ein newer tôd
vnd nimermê kain rewe bis ir verleugtind Gots.

Der wort hând sy nit gachtet, sy huobent sich dâr von
der wind hât’s schnell gejaget ans land in Candian
gen Creta in die alten stat,
in der der lieb sant Paulus selber geprediget haut.

Die insel ist gar edel geremt von alters her,
die wîsalten poeten dô gemachet hând ir vers;
vil gwalts vnd grôszi herlikait
harûsz haut sich erhebet, dem lewen wêrs iez loid.

217
Fruchtbar send die ecker, dô wachst gar edler wîn,

dô fint man Malfasyer vnd muscatell dâr bî
all ding sind dô in guottum kauff
dâr vm das ganze land vol Tîtseher seldner laufft.

bl. 6 b.
Die bilgri lang dô lâgend vnd wartent guoter mêr,

si torftend sich nit wâgen vff das vnghür mer.
Ein schimpf ist esz gesein bisher
fir hin bis gen Cipern gaut an der bitter ernst.

Candia vnd Cypern guot insel in dem mer,
dâr zwischet Rodis liget gar tief im waszer verr,
die Tirken send der insel gram,
sy habents ganz vmleget im mer vnd vff dem land.

229
Meng mêr die bilgri hôrtend nichtz guots verkunt man in;

den dasz sy glick bederftind, soltend sy komen hin,
sy wêrind lang mit flîs verspecht,
im mer man ir wêr warten, der hêrren vnd ir knecht.

Des gwiszen send ir spilen, ir edlen bilgerin,
auf niemant von den wysen, euch selbs nit werfend hin,
dasz man nit sprach in bschicht gar recht
sy woltend niemen folgen dem Tircken kuments recht

Empfohlene Zitierweise:
Anton Birlinger (Hrsg.): Felix Fabri: Bruder Felix Fabers Gereimtes Pilgerbüchlein (1480). E. A. Fleischmann’s Buchhandlung, München 1840, Seite 8. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bruder_Felix_Fabers_Gereimtes_Pilgerbuechlein.djvu/8&oldid=- (Version vom 31.7.2018)