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herauf. Hinter dem Thurme des Oberthors ist der Rathhausthurm, dicht daneben der Thurm des Schiffthors, weiter nach links der des Elb- oder Brüderthors und die ehemalige Dominikanerkirche mit ihrem aus dem 15. Jahrhundert stammenden Thurme, aber noch ohne Spitze, sichtbar. Darüber erscheinen in der Ferne die Thürme von Dresden. (Oelgemälde Nr. 620 in der Königlichen Galerie.)




XX.
Der Sonnenstein nach Nordwesten

mit dem Gefängnissthurme, auf dessen Fundamenten jetzt ein neuer Flügel des Schlosses aufgebaut ist. Das an diesen Thurm angelehnte Haus ist die noch bestehende Schlossschänke, die Bastion davor jetzt Restaurationsgarten. Links unterhalb der Festung ragt die Stadtkirche, seit 1504 erbaut und 1546 von Meister Wolf Blechschmidt vollendet, aus den Häusern hervor. Die Mitte des Bildes bietet einen Durchblick nach dem jenseits der Elbe gelegenen Dorfe Copitz und den Weinbergen von Pillnitz. (Oelgemälde Nr. 625 in der Königlichen Galerie.)




XXI.
Die Schiffthorvorstadt in Pirna

vom linken Elbufer oberhalb der Stadt her gesehen, jetzt die Gegend des Steinplatzes. Im Vordergrunde erscheint ein alter, jetzt zugeschütteter Winterhafen, links hoch oben das Schloss von der Nordseite, rechts über der Elbe die Felsen und Weinberge des Dorfes Posta. (Oelgemälde Nr. 626 in der Königlichen Galerie.)




XXII.
Pirna mit dem Sonnenstein

von den Postaer Höhen aus gesehen. Auf dem linken Elbufer liegt die Schiffthorvorstadt, darüber das Schloss, von dem der Mittelbau und die zwei vorgeschobenen Bastionen aus dem 17. Jahrhundert noch unverändert erhalten sind. Im Mittelgrunde erscheint die Stadt, überragt von der Stadtkirche, rechts im Schatten die Postaer Obstgärten und Weinberge. (Oelgemälde Nr. 618 in der Königlichen Galerie.)




XXIII.
Der Königstein nach Westen

von der Neuen Schänke aus aufgenommen. Der Königstein, unter diesem Namen bereits 1241 urkundlich erwähnt, gehörte während des Mittelalters den Königen von Böhmen, kurze Zeit auch den Burggrafen von Dohna, denen er in der Dohnaischen Fehde 1404 vom Markgrafen Wilhelm von Meissen abgenommen wurde. Herzog Georg errichtete 1516 auf dem Felsen ein Cölestinerkloster, das aber schon 1524 wieder einging. Zur Festung wurde der Platz durch Kurfürst Christian I. ausgebaut und später immer mehr verstärkt. – Auf der linken Ecke erblickt man das Türkenthürmchen, darauf folgen nach rechts hin die Georgenburg und das Kommandantenhaus, sodann die Dächer der in neuerer Zeit abgebrochenen Kasernen, endlich das Glockenthürmchen am sogenannten Horn. Im Vordergrunde rechts zieht sich die alte Strasse zur Festung hinauf. Dem Königsteine gegenüber erscheint links der Lilienstein.




XXIV.
Der Königstein nach Süden

von dem nach der Papiermühle im Bielathale führenden Wege aus aufgenommen. Die Festungsecke links ist das Horn. Ueber den Bäumen in der Mitte des Bildes ist das Dach der Kaserne, worin sich die Unterkommandantur befand, sichtbar, rechts davon über dem am Fusse des Felsens gelegenen Holzhofe ein Krahn, in der Nähe ein Wachthürmchen, noch weiter rechts der hohe Giebel des alten Zeughauses.

Empfohlene Zitierweise:
Otto Richter (Archivar): Canaletto-Mappe. Wilhelm Baensch, K. S. Hofverlagsbuchhandlung, Dresden 1895, Seite 10. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Canaletto-Mappe_(Otto_Richter).pdf/10&oldid=- (Version vom 31.7.2018)