Seite:Charakteristische Züge der Fränkischen katholischen Geistlichkeit im vorigen Jahrhundert.pdf/5

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

wo nicht des Schreibens ganz unkundig, wenigstens nicht so viel Latein inne gehabt, um die Kirchenvorfälle niederschreiben zu können. Indessen kommen zuweilen dergleichen Stellen im Pfarrbuche, zwar nicht in lateinischer Sprache, wohl aber in der elendesten Teutschen Mundart im Register vor. Ja ich stieß sogar auf Angaben von Pfarrern, die, weil sie wirklich kein Latein schreiben konnten, die Worte: Schulze, Schulmeister, und andre durch Schultenius, Schulmeisterus übersetzten. Sonst aber fand ich in eben diesem Pfarrbuche mehrere Jahre, worin ganz und gar nichts eingetragen worden war.

.

Indessen muß ich auch dieß gestehen, daß ich anderwärts Briefe gesehen habe, deren Inhalt der im vorigen Jahrhunderte lebenden Geistlichkeit nicht zur Unehre gereichen kann. So las ich vor einigen Jahren etliche Briefe, die gegen die Mitte des siebzehnten Jahrh. von einigen Pfarrern geschrieben wurden, die in dem Landstädtchen Eltmann Seelsorger waren. Die Briefe selbst sind in dem dasigen Pfarrhofe noch aufbehalten. Sie waren beyde an die Wirzburgische geistliche Regierung gerichtet. In dem einen geschah die Anfrage: wie sich der Pfarrer und