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Seite:Chemnitz am Ende des XIX Jahrhunderts in Wort und Bild.pdf/210

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Passiven, für eigene Rechnung. Damals beschränkte sich die Fabrikation von Strümpfen hauptsächlich auf den sogenannten Handstuhl, auf dem ein angestrengt arbeitender Mann in der Woche 1 Dutzend reguläre Strümpfe fertig bringen konnte. Seitdem haben sich gerade in der Strumpfwarenbranche grosse Umwälzungen vollzogen. Schon im Jahre 1864 wurde, durch die englischen Rundmaschinen für Socken angeregt, eine Fabrik im eigenen Hause gegründet und bereits im Jahre 1866 machte sich eine Vergrösserung derselben notwendig. Den Pagetmaschinen, denen zur Herstellung von sogenannter regulärer Ware Dampfbetrieb in Anwendung kam und ein Arbeiter zwei Strümpfe zugleich herstellen konnte, folgten in den 70er Jahren die Cottonmaschinen, die das zugleich herstellbare Quantum wieder vervielfachten. Heute gestatten die Maschinen einem Arbeiter, bis zu 24 Strümpfen auf einer Maschine gleichzeitig herzustellen und sind dies die grössten Maschinen der Welt und soweit bekannt, nur bei Eduard Creutznach Nachfolger in Betrieb, welcher dieselben in eigener Fabrik



haben konstruieren und bauen lassen. 1873 war eine weitere Vergrösserung der Fabrik nötig, die den Zukauf neuer Grundstücke nötig machte. Als dann 1881 der Betrieb im Ganzen auf 5 Grundstücke verteilt war, machte sich das Bedürfnis nach Vereinheitlichung geltend und es wurde daher die gesamte Fabrikation in der gegenwärtigen Fabrik untergebracht.

In jenen entscheidenden 70er Jahren erfolgte auch die Erweiterung des Absatzgebietes der Firma. Sie hatte bisher hauptsächlich nach Nordamerika exportiert und begann, sich nun auch Südamerika zu erobern, wobei mit der grössten Rücksicht auf die örtlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse vorgegangen wurde. Das Verfahren sicherte den Erfolg, es ist auch weiter stets befolgt worden und giebt es wohl heute kaum einen Teil der bewohnten Erde, wo Strumpfwaren gebraucht werden, mit dem die Firma Eduard Creutznach Nachfolger nicht in Geschäftsverbindung stände.

Empfohlene Zitierweise:
: Chemnitz am Ende des XIX Jahrhunderts in Wort und Bild. Körner & Lauterbach, Chemnitz ca. 1900, Seite 202. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Chemnitz_am_Ende_des_XIX_Jahrhunderts_in_Wort_und_Bild.pdf/210&oldid=- (Version vom 23.7.2025)