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Seite:Cornelius Gurlitt Kunstdenkmäler Dresden Neustadt 1904.pdf/133

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2. Umgebung des Fasanerieschlosses.

Vom Schloss ab führt in dessen Achsen je ein Weg.

Der Weg nach Osten wird flankirt von zwei Statuen in Sandstein, lebensgross, links eine Tänzerin mit lebhaft bewegtem, vorgesetzten linken Fuss, nach rechts sich wendend, in beiden Händen das leichte Gewand haltend. Rechts eine Jägerin, mit dem Jagdhorn in der Linken, die Rechte auf den Kopf eines anspringenden Hundes gelegt.

Fig. 119. Moritzburg, Vase am Fasanerieschloss.

Hügelab führt der Weg (Fig. 114) zu einem nach dem grossen Teich führenden Halbrund, das durch vier kolossale Sandsteinvasen gebildet wird. Diese sind fast 2 m hoch und haben die Formen der Zeit um 1780.

Durch das Vorziehen eines Steindammes von Süden her wird hier ein Hafen gebildet. Auf der Spitze des Dammes ein Leuchtthurm (Fig. 115), rund, in den beiden unteren Geschossen massiv, im ersten Geschoss mit vier Balkonen und Eisengittern an diesen, das dritte Geschoss eine Laterne in zierlicher Holzarchitektur.

Weiterhin liegt im Teiche eine kleine Insel, die zu einer mit Bastionen versehenen Festung ausgestaltet wurde, und neben dieser eine zweite, die sogenannte Bäreninsel, auf der sich ein aus dieser Zeit stammendes Gebäude befindet, das innen als Zimmer ausgestattet wurde.

Diese unter Kurfürst Friedrich August III. angelegten Bauten zeigen die dem Geiste der Zeit angemessenen spielenden Formen.

Südöstlich vom Schloss liegt ein mit Dachreiter bekrönter quadratischer Speicher, der die Reste der alten Lustschiffe des Teiches beherbergt.

Südlich legten sich an die Schlossterrasse zwei achteckige Vorbauten und an diese war früher ein Garnhaus [Volière] (Fig. 116) angerückt, das unter Graf Camillo Marcolini erbaut wurde. Es war aus Lattenwerk hergestellt und bildete ein Haus mit mehreren kuppelartigen Aufbauten, das sich dem abfallenden Gelände gemäss entwickelte.