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          40. Die Uhr.

Kannst du denn nicht schneller gehen?
Willst auch gar nicht mich verstehen,
Rief mit zorniger Geberde
Jenes Kind. Daß Abend werde

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Auf der Stell’, ist sein Verlangen;

Doch, die Uhr ist gleich gegangen.
Nun, ich muß mit starken Mitteln
Helfen, denkt es, ich will rütteln
Diese träge Uhr, daß sie

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Nicht so lange mehr verzieh’.

Was geschieht? die Uhr bleibt steh’n,
Und kann jetzt gar nicht mehr geh’n.


          41. Die Quelle.

Kind. O, wie sprudelst du so helle,
          Lang gewünschte Wasserquelle!
          Laß geschwind mich von dir trinken,
          Sonst muß ich zusammensinken;

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          Ist mir doch so heiß und schwer,

          Finde keinen Athem mehr.

Quelle. Warte doch ein Bischen länger;
          Denn es würde dir noch bänger.
          Grade, wolltest du jetzt trinken,

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          Würdest du zusammensinken.

          Sieh’, ich laufe dir nicht fort;
          Höre ernstlich auf mein Wort!

Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm August Corrodi: Fünfzig Fabeln und Bilder aus der Jugendwelt. Zürich 1876, Seite 60. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Corrodi-Fabeln_und_Bilder.djvu/60&oldid=- (Version vom 17.8.2016)