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Und am Tatort ging die Komödie weiter. Die Neugierigen, durch drei Landjäger zurückgehalten, konnten keinerlei Verdacht schöpfen, daß ich nicht Herr Schrimke aus Berlin, Tourist und Kanzleiinspektor a. D., sei. Und innerhalb der Birkengruppe und des hohen Gestrüpps waren wir nicht zu sehen.

Ich lernte den Untersuchungsrichter, den Kreisarzt und den zweiten Kriminalassistent kennen. Der Photograph war gerade bei der Arbeit.

Die Herren zeigten sich äußerst höflich. Die Spuren des Toten waren durch hellen Sand ausgefüllt worden. Ich trat an die Leiche heran.

Ich vermeide es hier stets, Einzelheiten zu bringen, die geschmacklos und überflüssig sind. Der Anblick war tatsächlich gräßlich. Es handelte sich um einen Mann von vielleicht dreißig Jahren, bartlos, blond, mittelgroß, kleiner als Harst. Die Hände waren gepflegt, aber zerkratzt – tiefe Risse. Der Sportanzug, braungrün, stammte aus einem Geschäft aus Berlin: Von der Stange! Der Lodenmantel war sehr mitgenommen, auf der Brust zerfetzt. Ebenso Leinenkragen und Selbstbinder, dazu völlig blutgetränkt.

Ich durchsuchte die Taschen, befühlte überall den Stoff: nichts!

Dann nahm ich den Gewehrstock vor. Es war eine Repetierbüchse für fünf Schuß. Vier Patronen waren noch vorhanden. Ich prüfte den Lauf mit einem Stöckchen und meinem Taschentuch. Zweifellos war vor kurzem ein Schuß abgefeuert worden. Das Taschentuch wurde schwärzlich.

Die Kommission ließ mich ruhig gewähren. Ich arbeitete ganz nach Haralds Methode.

Ich begann nun den Boden der Lichtung zu untersuchen. An einer Stelle fand ich die Bestätigung für meine Theorie, die ich vorläufig für mich behalten wollte: Eine besondere

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Dämon Chanawutu. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1928, Seite 27. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:D%C3%A4mon_Chanawutu.pdf/27&oldid=- (Version vom 31.7.2018)