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3. Kapitel.
Ein Wiedersehen.

Frau Saalborg schritt müde voran. In ihrer hängenden[1] Linken gondelte die einfache Stallaterne schlaff hin und her. Der trübe Lichtschein huschte hierhin, dorthin. Der Weg war durch Baumstämme, die halb in der Erde lagen, zu langen Stufen aufgeschüttet. – Ich fühlte einiges Mitleid mit dieser tapferen Frau, die bereits vor Monaten in Berlin bewiesen hatte, daß sie eine starke Seele besaß. Was mochte hier wohl geschehen sein, daß sie jetzt so völlig niedergedrückt dahinschlich?!

Ich trat neben sie. „Frau Saalborg, Sie brauchen wirklich nicht so verzweifelt zu sein,“ meinte ich herzlich. „Was in meiner Macht steht, Ihnen Ungelegenheiten fernzuhalten, wird geschehen … Leider bin ich jedoch so gut wie auf mich allein angewiesen, denn Harst ist in dieser Nacht etwas zugestoßen. Man hat ihn offenbar niedergeschlagen und verschleppt – man: der Geisterradler, Chanawutu!“

Sie blieb mit einem leisen Aufschrei stehen.

„Chanawutu?! Sie … wissen?!“

„Nicht alles, nicht alles … Nur daß Chanawutu den Bewohnern des Haubenberges nachstellt.“

Sie nickte. „Ja – er ist ein Teufel, ist nicht zu fassen … Er hätte Vincent beinahe erschossen … Vincents Lungenschuß heilt zum Glück sehr gut. Aber … Sie müssen ihn schonen, dürfen ihn nicht aufregen. Onkel Arthurs Kunst hat ihn gerettet …“

„So ist Doktor Petersen Ihr Oheim?“


  1. Vorlage: hangenden
Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Dämon Chanawutu. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1928, Seite 50. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:D%C3%A4mon_Chanawutu.pdf/50&oldid=3305126 (Version vom 31.7.2018)