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Wiedersehen mit Vincent …

Nach Monaten – Da lag er in einem schlichten eisernen Feldbett, in einem schwarzseidenen Schlafanzug, das blonde Haar tadellos gescheitelt, das Monokel im Auge.

„N’Abend, Herr Schraut …“ – Ein scharfer Blick zu Göbbel hin … – Ich stellte vor: „Herr Kriminalkommissar Göbbel … Herr Saalborg …“

Um Vincents Lippen wetterleuchtete es. „Hohe Ehre, Herr Göbbel … Es gab mal eine Zeit, wo ich die Polizei meiden mußte. – Nehmen die Herren Platz … – Anni, reiche Zigarren, Zigaretten … Der Onkel naht bereits mit Weingläsern. Mein gastlich Haus feiert heute einen Streifschuß …“ Er nickte seiner Gattin zärtlich zu. „Brauchst keine Angst zu haben, Anni … Der Onkel hat mich soeben überredet, meine Geheimnisse preiszugeben … Diese Geschichte hier muß ein Ende haben. Wir können uns doch nicht länger von diesem braunen Halunken belagern und beschießen lassen. – Wo steckt Harst?“ fragte er in gänzlich verändertem Tone. Dabei schaute er mich forschend an. Gerade er, der einst als wahrer Gentleman-Gauner die ganze Welt verblüfft hatte, war ja ein überaus feinfühliger Menschenkenner … „Ist Harst etwas zugestoßen?“ Er richtete sich in seinem Bette auf und zog die Knie unter der leichten Steppdecke hoch, stützte die Ellbogen darauf und bekam über der Stirn drei senkrechte Falten, die ihm eine gewisse Ähnlichkeit mit Harald verliehen.

Ich erzählte, ich zeigte die Mütze, erwähnte den Mann mit dem Handwagen und streifte auch kurz die anderen Ereignisse.

Saalborg erklärte daraufhin sehr offen:

„Chanawutu hat hier Helfershelfer. Er ist mein Todfeind. Ich traue ihm alles zu, auch daß er Harst zumindest vorläufig beseitigt hat. Aber – Chanawutu ist nicht der sogenannte Geisterradler, Herr Schraut. Chanawutu ist Inder.

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Dämon Chanawutu. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1928, Seite 52. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:D%C3%A4mon_Chanawutu.pdf/52&oldid=- (Version vom 31.7.2018)