Seite:Dämon Rache.pdf/47

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„Und wer sind Sie?“ fragte ich trotzdem zur Sicherheit.

„Aarborg, der Schloßvogt von Gülderhall …,“ erklärte mein Leidensgefährte … Und fügte hinzu: „Ich werde Ihnen eine Wolldecke zuwerfen … Man hat mich hier an die Wand gefesselt. Ich kann die Decke entbehren …“

„Herzlichen Dank …,“ – und gleich darauf hatte ich mich in die rauhe, dicke Hülle eingewickelt, kroch vorwärts, setzte mich neben den Alten … ebenfalls auf einen Haufen Holzwolle, wühlte mich recht tief hinein und flüsterte dann:

„Aarborg, die Dinge hier im Schlosse liegen jetzt so, daß Sie mir gegenüber völlig ehrlich sein müssen, genau wie ich dies tun will. Ich bin der Detektiv Schraut aus Berlin, der Freund Harsts. – Kennen Sie den Namen Harst?“

„Ja, Herr … Und – – Sie haben ganz recht, – ich darf Ihnen nichts verhehlen, gar nichts … Ich habe zwar dem Prinzen, meinem Herrn, Stillschweigen gelobt, aber …“

„Schon gut, Aarborg … Was wissen Sie von Harst?“

„Wir haben ihn hier im Schloßpark gestern überrascht … Die Herzogin Tragana rechnete damit, daß er ihr nachspüren würde. In aller Heimlichkeit wurde Herr Harst dann hier in dieses Kellergelaß gebracht. Nur mich weihte man ein. Wir zwangen Ihren Freund, andere Kleider anzulegen …“

„Weshalb?“

„Das weiß ich nicht, Herr … Der Prinz war’s, der Herrn Harst im Parke überwältigte … Der Prinz besitzt Bärenkräfte … Ich wurde nicht völlig eingeweiht, erhielt nur den Befehl, Ihren Freund hier drei Tage zu bewachen und gut zu verpflegen. Die übrige Dienerschaft wurde weggeschickt. Dann reisten die Herrschaften ab …“

„Wer?“

„Das prinzliche Ehepaar und der Herzog und die Herzogin, deren Gefolge gleichfalls schon vorher nach Oslo sich begeben hatte. Kaum war ich hier im Schlosse ein paar

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Max Schraut: Dämon Rache. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1926, Seite 47. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:D%C3%A4mon_Rache.pdf/47&oldid=- (Version vom 31.7.2018)