Seite:Dämon Rache.pdf/8

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Er entfernte den Deckel, warf uns dabei einen merkwürdigen Blick zu und … schüttete aus dieser Röhre eine Anzahl Juwelen auf die bunte Decke des Tisches.

Juwelen: eine Perlenkette, zwei Brillantarmbänder und ein zerbrochenes Diamantendiadem!

„Bitte, Herr Harst, – dies fand ich! Echt sind die Sachen, echt … Ich verstehe etwas davon …!“

Harald prüfte die Geschmeide.

„Stimmt, lieber Käpten, – echt!! Und wertvoll. Dieses Diadem allein ist seine zweimalhunderttausend Mark wert – mindestens!“

„Also Diebe, die ihre Beute verbargen,“ meinte Schnack, räusperte sich, fügte zögernd hinzu: „Dies ist noch nicht alles, Herr Harst … Denn ich … fand noch mehr … Und gerade das macht ja mein Erlebnis so … so … unerklärlich …“

Harald blickte von den Juwelen, die nun in seinem Schoße lagen, fragend auf …

„Ja, Herr Harst … Als ich von den Steinen wieder herabkletterte, sah ich zwischen dem Granitblock und der Lehmwand … dies hier liegen …“

Und wieder faßte er in die Tasche …

Ein Glanzlederetui, schmal und länglich, kam zum Vorschein …

Schnack klappte es auf. Es enthielt nichts als eine Kabinettphotographie eines vielleicht achtjährigen bildhübschen Knaben, der einen flotten Matrosenanzug trug …

„Sie sehen, Herr Harst, die Firma des Photographen ist unten vom Karton abgeschnitten, und das Lederetui besagt auch nichts weiter … Ich denke mir, daß die Frau das Etui verloren hat, die Genossin des Diebes. – Was soll ich nun tun, Herr Harst? Soll ich die Polizei benachrichtigen?“

Harald erwiderte, indem er dem Alten für dessen ausgegangene Zigarre ein brennendes Zündholz hinhielt: „Lieber Käpten, weshalb halten Sie diesen zweiten Fund, das Bild, für besonders rätselhaft?“

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Dämon Rache. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1926, Seite 8. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:D%C3%A4mon_Rache.pdf/8&oldid=- (Version vom 31.7.2018)