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angedeutet. Wie überall, wo eine Mischlingsbevölkerung mit Negereinschlag die Hauptmasse der Bewohner darstellt, so war auch Cuba von jeher das klassische Land für Revolutiönchen, Putsche, politische Geheimbünde und fragwürdige Unabhängigkeitsbestrebungen, bei denen die Herren Regisseure prächtig verdienten und der Pöbel seine dunkle Haut gratis zu Markte tragen durfte. Bereits 1845 etwa begann Amerika lüstern nach dieser gesegneten Insel zu schielen, und von da an setzte auch die systematische Unterwühlung der spanischen Herrschaft ein, amerikanische Abenteurer sammelten Freikorps, landeten, schlugen sich mit den Spaniern herum, und der klägliche Abschluß dieses Krieges im Dunkeln war die nie aufgeklärte Explosion des amerikanischen Panzerschiffes „Maine“ im Hafen von Havanna am 15. Februar 1898, die amerikanische Kriegserklärung und die Vernichtung der spanischen Flotte im Hafen von Santiago (2. Juli) und der sogenannte Friedensschluß, bei dem die Union für Cuba ganze 20 Millionen Dollar … für die mit eroberte Philippinen-Gruppe (Südchina) bezahlte. Es klingt wie ein häßlicher Witz, daß diese „hohe Politik“ 1846 dadurch eingeleitet wurde, daß ein amerikanisches Konsortium 1846 Spanien allein für Cuba 200 Millionen Dollar geboten[1] hatte, was schlankweg abgelehnt wurde. Rund vierzig Jahre später flog der Panzer „Maine“ zur [… …][2] wurde weit billiger erledigt – Menschenleben zählten nicht, und Kriege sind nun einmal dazu da, einen unbequemen Konkurrenten gründlich ausbluten zu lassen. Man nennt das in der Diplomatensprache „Expansionspolitik“ oder „Selbsterhaltungstrieb eines Volkes“.

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Max Schraut: Das Bergwerk der Abgeschiedenen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1931, Seite 102. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Bergwerk_der_Abgeschiedenen.pdf/102&oldid=3176177 (Version vom 30.6.2018)