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12. Kapitel.
Das Gericht der Begum.

Die Frau selbst ist Herrin, Herrscherin, unerbittliche Richterin.

Ariane 3. von Indra, vor sich den Halbkreis von zwanzig Erdfahlen, dazu dicht vor dem erhöhten Sessel einen gefesselten Europäer mit scharfen, harten Zügen, die jetzt die Todesangst verzerrt, dazu noch Dolores und den Niggerkäpten halb zur Linken mit freien Augen, – diese Ariane trägt wieder das grüne, eigenartige Gewand und auf dem blonden Haupte ein seltsames Diadem, eine goldene Schlange, zusammengeringelt, den Kopf hochgereckt, mit Edelsteinen besetzt, deren farbige Blitze im Laternenlicht berauschend sprühen.

Diese Frau, die ich nur ein einziges Mal nachts auf der Robinsonklippe sah und deren Bild in meinem Gedächtnis doch genau so fest eingeprägt blieb wie der Kopf auf der goldenen Münze meines undankbaren Schützlings, des fanatischen Beters, braucht weder falsches Pathos noch theatralische Gesten.

Ihre Persönlichkeit wirkt durch sich selbst.

Sie sitzt aufgerichtet da, die Augen flammen, um den herben, stolzen Mund wetterleuchtet grenzenlose Verachtung.

Die Lippen zucken, und der Gefesselte, dem der Schweiß über Stirn und Wangen trieft, heult abermals sein heiseres „Mörderin – – Mörderin!“

Die Züge der Erdfahlen und der beiden Agenten

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Bergwerk der Abgeschiedenen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1931, Seite 110. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Bergwerk_der_Abgeschiedenen.pdf/110&oldid=3176185 (Version vom 30.6.2018)