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Mit einem Knacken zerbricht die Frau das Symbol des endgültigen Urteils.

„Du stirbst, Ernest Gardener!! Übermorgen bei Sonnenaufgang … Wie deine Helfer starben.“

Von rechts her naht lautlos eine stille Prozession, vier Träger, zwei Bahren aus Ästen, darauf zwei verhüllte Körper. –

Der Name Ernest Gardener ist mir ins Hirn geschlagen wie ein Blitz. Betäubt, verwirrt, meine Umgebung vergessend, starre ich den totenblassen Mann aus Merida an, der die Goldsendungen der Erdfahlen weiterleiten sollte – – wohin?!

Die stille Prozession macht halt, – die Decken fliegen von den verhüllten Leibern …

Mit einem wahnwitzigen Schrei wendet Ernest Gardener sich ab und taumelt zu Boden.

Mein Herz jagt.

Dolores ist nach hinten gesunken, der Nigger stützt sie, – – ich habe von den Gesichtern der Toten nichts gesehen.

Ein Wink Arianes, – – Dolores und Garzia sollen wieder ins Freie geführt werden, und für mich wird es höchste Zeit, die eigene Haut in Sicherheit zu bringen. Die drückende Schwüle der regenschweren Tropennacht empfängt mich, gleich einem Trunkenen schlüpfe ich ins Gestrüpp, krieche unter stechende Ranken, und der Schmerz rüttelt mich wach.

Wie ein Spuk war das soeben Erlebte, – meine Gedanken kreisen um den einen Namen …[1] den einen Namen:

Ernest Gardener!

Und um das, was noch Rätsel geblieben, was allerdings nie eine Lösung fand: Das Bergwerk


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Max Schraut: Das Bergwerk der Abgeschiedenen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1931, Seite 113. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Bergwerk_der_Abgeschiedenen.pdf/113&oldid=3176188 (Version vom 30.6.2018)